Charlotte Beradt (1901–1986)

Jana V. Schmidt

Geboren am 7. Dezember 1901 in Forst (Brandenburg), Deutschland
Gestorben am 15. Mai 1986 in New York City, USA
Tätigkeit: Journalistin, Schriftstellerin, Publizistin, Übersetzerin, Friseurin
Migration: Großbritannien, 1939 | USA, 1940

Von fremden Ländern müsse man „anders berichten […] als aus einheimischen Städten” Charlotte Beradt an Gerhard Reitschert (WDR), New York, 15.11.1963, Deutsches Literaturarchiv Marbach (DLA)., meinte die Berichterstatterin Charlotte Beradt 1963, als sie schon seit über 20 Jahren in den Vereinigten Staaten lebte. Sie ließ sich auf dieses Wagnis immer wieder neu ein, blieb ,anders‘ und ihrer eigenen Erfahrung von Engagement, Verfolgung und Exil treu, indem sie sich im Kontext unbekannter Geschichten neu verortete.

Zurück nach Deutschland wollte sie nach 1945 nie. Aber ob als Traumreporterin in den Jahren des frühen nationalsozialistischen Terrors, als undogmatische Beobachterin in West- und Ost-Deutschland oder als Theatergast bei afroamerikanischen Off-Broadway-Produktionen: Die Journalistin und Übersetzerin Charlotte Beradt hat sich zur Vermittlerin zwischen der erst erzwungenen und dann bewusst bejahten Diaspora, den ,fremden‘ Orten und einem möglichen neuen Publikum im Nachkriegsdeutschland gemacht.

  • Jana V. Schmidt

Abb. 1: Charlotte Beradt mit ihrem Buch Das Dritte Reich des Traums, um 1981; © Hartmut Klenke/Deutsches Literaturarchiv Marbach, D20180214-321.

Die Zeugin


Man könnte das Leben von Charlotte Beradt anhand einer Reihe von historischen Prozessen erzählen. Das erste und wohl prägendste dieser Verfahren, welches Beradt als 28 Jahre junge, überzeugte Kommunistin selbst miterlebte, war der sogenannte Jorns-Prozess (1929–1930) um die Ermordung Rosa Luxemburgs (1871–1919) und Karl Liebknechts (1871–1919) in Berlin. Der ehemalige Parteivorsitzende Paul Levi (1883–1930), den Beradt noch persönlich gekannt hatte, leitete damals erfolgreich die Anklage, nachdem er vergeblich versucht hatte, eine demokratische Wende der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zu erzwingen. Die Jahre dieser heftigen innerparteilichen Kämpfe beschrieb Beradt später sowohl als ihre glücklichsten als auch – im Zuge der zunehmenden Stalinisierung der Partei nach den Moskauer Prozessen (1936–1938) – als Quelle der größten Enttäuschung ihres Lebens. Das Scheitern der Spartakisten und die Morde an ihren Vordenker:innen Luxemburg, Liebknecht und Leo Jogiches (1867–1919) läuteten für Beradt das Ende der Republik ein. Die letzten Sätze ihrer 1969 veröffentlichten und zu Unrecht vergessenen Biografie Paul Levi. Ein demokratischer Sozialist in der Weimarer Republik lauten: „In einer Februarnacht des Jahres 1930 stürzte Paul Levi aus dem Fenster. Im Herbst desselben Jahres begann die erste deutsche Republik, durch Notverordnungen sich selbst zu stürzen.“ Brigitte Granzow, „Eine Katastrophe genügt”, Interview mit C. Beradt [1988], Deutsches Literaturarchiv Marbach, S. 151.

Mit ihrer Biografie und einer Ausgabe der Schriften Levis sowie einer Auswahl der Gefängnisbriefe Rosa Luxemburgs an deren Sekretärin und Freundin Mathilde Jacob (1873–1943) wollte Beradt die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung gerade aus den USA, wo sie seit 1940 lebte, berichtigen. Dabei stand ihr der sozialistische Anwalt auch deswegen nah, weil er – wie sie selbst – das Andenken an die Vorgänger:innen einer Bewegung und die gezielte Kultivierung von Erinnerung durch Archive und Erzählungen als entschieden politisch erachtete. Für Charlotte Beradt wurde diese Rückschau zum Lebensinhalt: Als Berichterstatterin, mobile Exil-Korrespondentin und Chronistin machte sie es sich zur Aufgabe, die deutsch-jüdische Geschichte bewusst neu „aufzuwärmen, zeitgemäss“. Charlotte Beradt an Hannah Arendt, New York, 2.3.1963. Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen. Hannah Arendt, Briefwechsel mit den Freundinnen Charlotte Beradt, Rose Feitelson, Hilde Fränkel, Anne Weil und Helen Wolff. Hg. Ingeborg Nordmann/Ursula Ludz, München 2017, S. 390.

Herkunft und journalistische Karriere in Berlin


Charlotte Beradt wurde 1901 in eine jüdische ,assimilierte‘ Familie in Forst, im Südosten Brandenburgs, geboren. Ihre Mutter Margarethe Aron, geborene Behrendt (1876–1942), und ihr Vater Victor Leo Aron (1871–1928), der Kaufmann war, besaßen auf der polnischen Seite der Neiße eine Fabrik. In ihrem fünften Lebensjahr zogen die Arons nach Berlin. In der Großstadt brach die Tochter die Schule ab und ging beim S. Fischer Verlag in die Lehre. Charlotte Beradt wurde Teil der künstlerischen Bohème, bewegte sich in linken Avantgardekreisen, arbeitete als Fotomodell und fasste schließlich den Entschluss, zu schreiben. 1924 heiratete sie den Journalisten Heinz Pollack (1901–1972), später Pol, den sie womöglich über ihre gemeinsame Tätigkeit für die Wochenzeitschrift Weltbühne kennengelernt hatte. Nach dem Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 wurde Pollack sofort festgenommen, und auch Beradt berichtete von einem Verhör im ,verkohlten Reichstag‘ wegen ihrer Aktivitäten im Widerstand und Mitgliedschaft in der KPD. Trotzdem blieb die nun durch Berufsverbot mundtot gemachte Journalistin, „um zu hören und zu sehen“ noch bis 1939 in Deutschland und bezeugte so – sich ihrer „journalistischen Aufgabe“ ganz bewusst – die Pogromnacht des 9. Novembers.  Jutta Schwerin, Ricardas Tochter. Leben zwischen Deutschland und Israel, Leipzig 2012. S. 224.

Abb. 2: Passfotos von Charlotte Beradt, 1930er Jahre; Deutsches Literaturarchiv Marbach, D20180214-320.

Nachdem ihr Emil Schwerin (?–?), der Vater des Bauhaus-Designers Heinz Schwerin (1910–1948), von einem Albtraum erzählt hatte, in dem Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels (1897–1945) seine Fabrik besuchte, begann Beradt zwischen 1933 und 1939 die Träume ihrer Bekannten und Nachbarinnen aufzuschreiben. So zumindest kontextualisierte sie ihre Traumsammlung Das Dritte Reich des Traums (1962) Jahrzehnte später: als Sammlung von Beweisen in einem von ihr erwarteten großen Prozess gegen die Nationalsozialisten. Nicht zuletzt dank seiner Rezeption durch den Historiker Reinhart Koselleck (1923–2006) ist Das Dritte Reich des Traums zu einer wichtigen Quelle der Nationalsozialismus- und Traumforschung geworden. In einem Kapitel untersucht Beradt darin auch die „Träume der Juden“, die jedoch ganz unvermittelt in eine Besprechung von Träumen im Exil mündet. Der diasporische Traum stellt dort nicht zuletzt die zeitliche Ordnung in Frage. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ihm ungeeignete Kategorien, um Wiederholung, Rückschau, Prophezeiung und Warnung zu erfassen. So beschreibt eine ausgewanderte Träumende in dem Kapitel ihre Angstfantasien vor der Rückkehr gewisser Herren in schwarzen Anzügen vor dem bedrohlichen Hintergrund der McCarthy-Jahre, in denen in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren linke amerikanische Intellektuelle verfolgt und ausgebürgert wurden. Beradt beendete ihr Buch mit einer Warnung, die Vorzeichen des Totalitarismus auch in unseren nächtlichen Traumvorstellungen ernst zu nehmen.

Schriftstellerin in Berlin – Friseurin in New York


Zwischen Das Dritte Reich des Traums, dessen Publikation Charlotte Beradt in den 1960er Jahren in Westdeutschland quasi über Nacht bekannt machen sollte, und der Flucht in die Vereinigten Staaten lag jedoch eine jahrzehntelange unfreiwillige Schreibpause. Beradt war 1939 mit ihrem zweiten Mann, dem 20 Jahre älteren Schriftsteller Martin Beradt (1881–1949), über England nach New York geflüchtet, wo sie noch bis nach dessen Tod ihren Lebensunterhalt mit einem Friseursalon aus ihrer Wohnung auf der 84ten Straße bestritt. Dort gingen – von Beradt in der Zeitschrift Aufbau entsprechend beworben – bekannte Frauen und Ehefrauen Berühmter wie die Autorin Bella Chagall (1889–1944) und die Schauspielerin Elisabeth Bergner (1897–1986) zum „literarischsten Haarefärben“ New Yorks ein und aus. Kirsten Steffen, „Haben sie mich gehasst?“ Antworten für Martin Beradt (1881–1949), Schriftsteller – Rechtsanwalt, Berliner jüdischen Glaubens, Hamburg 1999, S. 332. Beradt teilte damit das Los zahlloser Frauen von Künstlern und Intellektuellen, die ihre eigenen Karrieren zugunsten ihrer wenig anpassungsfähigen Männer an den Nagel hängen mussten. In New York drehte sich ihr Leben aber nicht nur um ihren erblindeten Ehemann und die Haare ihrer Salongäste.

Beradt begegnete auf der Upper West Side, der ersten Anlaufstelle vieler deutschsprachiger Geflüchteter, auch einem alten Liebhaber und ehemaligen Parteigenossen. Der frisch verheiratete Heinrich Blücher (1899–1970) war 1941 – ein knappes Jahr nach den Beradts – mit seiner Frau, der damals noch unbekannten politischen Theoretikerin Hannah Arendt (1906–1975), in New York angekommen. Die wieder angeknüpfte Beziehung mit ihm und die gemeinsame Freundschaft mit dem Intellektuellenkreis um Arendt und Blücher nahmen spätestens ab den 1950er Jahren einen zentralen Platz im Leben Beradts ein. So kümmerte sie sich um Blücher, wenn Arendt auf Reisen war, und freundschaftlich auch um Arendt während ihrer vielen Europareisen.

Übersetzungstätigkeiten und Rückkehr ins eigene Schreiben


Die Freundschaft zwischen Charlotte Beradt und Arendt wurde auch auf andere Weise wichtig, denn die verhinderte Autorin fand über ihre Übersetzungstätigkeit an Arendts Texten einen Weg zurück ins eigene Schreiben. 1958 berichtete Beradt nach Zürich an Arendt, dass ihr die Gelegenheit, das Buch The Human Condition (1958) zu übersetzen, die Möglichkeit verschafft hätte, ihr Leben ,ein bisschen vernünftiger‘ einzurichten. Beradt hatte bereits 1928 den Reisebericht des Komikers und Filmemachers Charlie Chaplin (1889–1977) Hallo Europa! mit ihrem damaligen Mann übersetzt und konnte so schon vor ihrer Ankunft in New York sehr gut Englisch. Sie übersetzte neben der Rohfassung von The Human Condition außerdem die auf Englisch von Arendt geschriebenen politischen Essays in Fragwürdige Traditionsbestände im politischen Denken der Gegenwart (1957) sowie „Die Ungarische Revolution und der totalitäre Imperialismus“ (1957).

Abb. 3: Charlotte Beradt mit Hannah Arendt und deren Ehemann Heinrich Blücher, Sommer 1960; Deutsches Literaturarchiv Marbach, D20120411-101.

In den 1960er Jahren begann Beradt, die nun von Restitutionsgeldern ihres Mannes bescheiden, aber beständig leben konnte, sich wieder ins journalistische Schreiben vorzutasten. Ein Ankerpunkt dieses Schreibens sollte die bereits zitierte Aufarbeitung der deutsch-jüdischen und sozialistischen Vergangenheit werden. Auch die Verwaltung des Nachlasses ihres 1949 verstorbenen Mannes war Beradt ein wichtiges Anliegen, dessen historische Bedeutung für die Literaturgeschichte und das deutsch-jüdische Verhältnis (um das „fast symbolische“ Zusammentreffen von deutschen und jüdischen Schriftstellern in der sogenannten „Tafelrunde“  Zu diesem Kreis, der auch als die Berliner Donnerstags-Gesellschaft bekannt war, schrieb Charlotte Beradt mehrere Artikel und eine Radiosendung für den WDR, „Die Tafelrunde”/„Aus einer alten Mappe” (1964). Das Manuskript befindet sich im DLA Marbach.) ihr bewusst war. Der jüdische Anwalt und Schriftsteller Martin Beradt, dessen Roman Die Straße der kleinen Ewigkeit (1965) über das Berliner Scheunenviertel erst nach seinem Tod und dank Charlotte Beradts Bemühungen veröffentlicht wurde, war in den 1920er Jahren bekannt gewesen. Er hatte 1909 den Schutzverband deutscher Schriftsteller (SDS) mitgegründet und, mit Moritz Heimann (1868–1925), Oskar Loerke (1884–1941), Martin Buber (1878–1965) und anderen, die Donnerstags-Gesellschaft, in der vor dem Ersten Weltkrieg über Politik und Kunst diskutiert wurde.

Reportagen über afroamerikanische Bewegungen und Rückbezüge nach Deutschland


Mit ihrer Rückkehr zur journalistischen Arbeit fing die auf der Upper West Side lebende Charlotte Beradt nun an, Eindrücke über das damals als Spanish Harlem bekannte East Harlem und Harlem zu sammeln. Ihre Beobachtungen des afroamerikanisch geprägten New Yorker Stadtteils führten zu einer Reihe von Radiosendungen für den Westdeutschen Rundfunk. Scheinbar angeregt durch einen Freund, den WDR-Redakteur Roland Wiegenstein (*1926), erzählte Beradt darin ihren westdeutschen Zuhörerinnen und Zuhörern von den politischen Anführern verschiedener afroamerikanischer Bewegungen, vom Back-to-Africa -Separatismus des Marcus Garvey (1887–1940) und der antirassistischen Botschaft Father Divines (1879–1965) bis zu A. Philip Randolphs (1889–1979) Gewerkschaftsaktivismus und Black Power. In ihrer ersten New York-Radioreportage „Die Puertorikaner in New York“ (1965) präsentierte sie sich selbst dabei nicht als distanzierten Zaungast, sondern als Augenzeugin, deren Blick auf die Situation amerikanischer Persons of Color auf komplizierte Weise durch ihre eigene Erfahrung und Verwurzelung in der Nachbarschaft gefärbt war: „Die Berichterstatterin“, so Beradt 1965, „selbst neu eingewandert in der Kriegszeit, geflüchtet vor rassischer Diskriminierung in ihrer eigenen Heimat, hat stets in dieser ,changing neighborhood,’ diesem Bezirk im Übergang, der ein Teil der Westseite von New York ist, gewohnt und seine Eroberung durch die Portorikaner – die ,West Side Story’, wie sie wirklich aussah – Schritt für Schritt mitgemacht“. Charlotte Beradt, „Die Puertorikaner in New York“, datiert 22.1.1965. Das Manuskript für diese Radiosendung befindet sich wie alle übrigen im Beradt-Nachlass des DLA Marbach.

In ihrer ersten Sendung über schwarze Vordenker berichtete Beradt über einen weiteren Jahrhundertprozess, den sie am New Yorker Kriminalgericht persönlich mitverfolgen durfte. Am 2. Februar 1965 war der afroamerikanische Aktivist Malcolm X (El Hajj Malik el-Shabazz, geboren 1925) vermutlich von Mitgliedern der schwarzen nationalistischen Organisation Nation of Islam erschossen worden. Der Fall gab der aufmerksamen Beobachterin Gelegenheit, über die Bedeutung von Verhandlungen nachzudenken, deren Gegenstand weit über die eng begrenzte Frage individueller Schuld hinausging. In ihrem Skript fragte sie, „Wer war interessierter Zuschauer eines Prozesses, der wie viele Prozesse heutzutage – weit mehr beleuchten mußte als die Mörder und ihr Opfer in ihren Einzelrollen?“  „Von Malcolm X zu Black Power. Ein Bericht vom Weg der Negerbewegung”, handschriftlich datiert 1966, Beradt-Nachlass des DLA Marbach. Hier dachte Beradt vermutlich ebenso an den wenige Jahre zuvor verhandelten ,Eichmann-Prozess‘, den sie aus New York gebannt mitverfolgt und dessen amerikanische Berichterstattung sie für Arendts Buch Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil (1963) dokumentiert hatte. Die Frage der Zeugenschaft, die bereits im Kontext des Levi-Prozesses und des Traumbuchs eine entscheidende Rolle gespielt hatte, bringt Beradts Faszination für die Schlüsselprozesse ihrer Zeit auf den Punkt: Es sind Momente, in denen sich die Weichen von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft treffen und verschieben.

Mit ihrer Berichterstattung über afroamerikanische Politik und Kultur in den USA wurde Beradt zu einer wichtigen Vermittlerin zwischen den Zeiten, Sprachen und Formen des Politischen. Ihre Theaterkolumne „Kritisches Tagebuch“ in der Frankfurter Rundschau diskutierte im deutschen Sprachraum erstmals ernsthaft die neuesten afroamerikanischen Stücke auf dem Off-Broadway. Gleichzeitig hielt sie an der Vermittlung der Geschichte des deutsch-jüdischen Exils fest, in dessen Kreisen sie selbst in New York verkehrte. Bis zu ihrem Tod 1986 benutzte sie ihre besondere Position, um vergessene, verworfene und unbekannte Geschichten der deutsch-jüdischen Diaspora sichtbar zu machen.

Auswahlbibliografie


Hannah Arendt, Wie ich einmal ohne Dich leben soll, mag ich mir nicht vorstellen. Briefwechsel mit den Freudinnen Charlotte Beradt, Rose Feitelson, Hilde Fränkel und Helen Wolff. Hg. Ingeborg Nordmann/Ursula Ludz, München 2017.
Barbara Hahn, Endlose Nacht: Träume im Jahrhundert der Gewalt, Berlin 2016.
Reinhart Koselleck, „Terror und Traum: Methodologische Anmerkungen zu Zeiterfahrungen im Dritten Reich“, in: ders., Vergangene Zukunft: Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt a. M. 1979.
Jutta Schwerin, Ricardas Tochter. Leben zwischen Deutschland und Israel, Leipzig 2012.

Weiterführende Inhalte


„The Third Reich of Dreams: Psychoanalysis in German-Jewish History“, Gespräch mit der Filmemacherin Amanda Rubin-Lewis über Charlotte Beradts Buch Das Dritte Reich der Träume, Leo Baeck Institute New York, 19.11.2025: https://www.lbi.org/de/events/psychoanalysis-3/

Matthew Spellberg, „On Dream Sharing and Its Purpose: The Social Contract of Sensuous Imagining“, in: Cabinet Magazine, 2020. https://www.cabinetmagazine.org/issues/67/spellberg1.php

Zadie Smith, „The Dream of the Raised Arm“, in: The New York Review, 2024. https://www.nybooks.com/articles/2024/12/05/the-dream-of-the-raised-arm-third-reich-of-dreams-beradt-zadie-smith/

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Zur Autorin

Dr. Jana Schmidt ist Assistenzprofessorin für deutsche Literatur und Sprache am Bard College in New York State, USA. Sie ist Senior Fellow am Hannah Arendt Center und Herausgeberin, mit Roger Berkowitz, der Buchreihe „Thinking with Hannah Arendt“ bei DeGruyter. Ihre Forschungsinteressen sind deutsche und amerikanische Nachkriegsliteratur, vor allem transatlantische und Exilliteratur sowie Literaturtheorie, Psychoanalyse und Bildwissenschaft. Ihr erstes Buch, Hannah Arendt und die Folgen (Metzler, 2018), begibt sich auf eine Spurensuche nach den Einflüssen, Umsetzungen und Verwandlungen der Schriften der jüdischen Politiktheoretikerin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören außerdem der Sammelband, zusammen mit Nassima Sahraoui, Hannah Arendt and Jacques Derrida: Writing Between Politics, Poetics, and Philosophy (DeGruyter, 2025) sowie Artikel zu Grace Paley, Bertolt Brecht, Adrienne Rich und Philip Guston. Momentan arbeitet sie an einer Monografie zu deutsch-jüdischen Geflüchteten der 1940er Jahre, darunter auch Charlotte Beradt, und der Frage, wie sich einzelne deutschsprachige Denker:innen in afroamerikanischen Intellektuellen erkannten, ohne die Unterschiede beider Verfolgungsgeschichten einzuebnen.

Zitationsempfehlung und Lizenzhinweis

Jana V. Schmidt, Charlotte Beradt (1901–1986), in: Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora, 02.07.2026. <https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/beitrag/gjd:article-60> [05.07.2026].

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