Fassade von Walter Bondys Fotostudio in Sanary-sur-Mer, um 1935

    Fig. 1: Fassade von Walter Bondys Fotostudio in Sanary-sur-Mer, um 1935. Ville de Toulon. Bibliothèque Municipale. Fonds Walter Bondy.

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    Quellenbeschreibung

    Auf dem Schild ist ‚W Bondy‘ zu lesen und darunter die Aufschrift ‚Photographie d‘art’ – also Kunstfotografie – mit einem Pfeil, der auf den Eingang weist. Es handelt sich hier um die Fassade des Fotostudios von Walter Bondy (1880–1940) in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich, in dem er und seine französische Frau Camille Bondy geborene Bertron (1910–2009) von 1932 bis 1939 die deutschsprachige, überwiegend jüdische Exil-,Community‘ fotografierten, die sich in und um Sanary-sur-Mer herum angesiedelt hatte. Bei dem ebenfalls an der Wand hängenden ‚Beispielfoto‘, das Bondys Künste und Stil vorstellen sollte, könnte es sich um ein Porträt seiner Frau gehandelt haben.

    Der Fotograf Bondy porträtierte in seinem Atelier zahlreiche Menschen, die sich zeitweise auf ihrer Flucht vor dem Nationalsozialismus an der Côte d’Azur aufhielten. An die 3000 Aufnahmen vermachte seine Witwe in den 1980-er Jahren der Stadtbibliothek Toulon, wo sich die Sammlung heute noch befindet.

    Anhand der Namen der von Bondy Porträtierten kann man fast ein ,Who’s Who‘ der deutschsprachigen jüdischen Exilant:innen in Südfrankreich zusammenstellen: So ließen sich dort unter anderem der Philosoph und Schriftsteller Ludwig Marcuse (1894–1971) mit seiner Frau Erna ‚Sascha‘ Marcuse geborene Reich (1905–1967), die deutsch-amerikanische Malerin Eva Herrmann (1901–1978) oder der Schriftsteller Lion (1884–1958) und seine Frau Marta Feuchtwanger (1891–1987) nieder.

    Die Fotos geben einen Einblick in eine fluktuierende deutschsprachige sowohl jüdische als auch nicht-jüdische Exilgemeinschaft, die in Sanary-sur-Mer und insbesondere in Bondys Atelier zusammentraf. Manche hielten sich nur vorübergehend dort auf, gewissermaßen als Zwischenstation; andere blieben mehrere Jahre. Einige kannten sich bereits von früher, andere lernten sich erst in Sanary kennen und schlossen dort Freundschaften, die auch in späteren Lebensstationen ihrer Migration Bestand hatten.

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    Empfohlene Zitation

    Fassade von Walter Bondys Fotostudio in Sanary-sur-Mer, um 1935, veröffentlicht in: Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora, <https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/quelle/gjd:source-19> [05.08.2026].