Wie die deutsch-jüdische Diaspora nach dem Krieg das Geschehene dokumentierte. Die Sammlung von Augenzeugenberichten in der Wiener Library in London

Christine Schmidt

Quellenbeschreibung

Mitte der 1950er Jahre begann die Wiener Library (heute The Wiener Holocaust Library, WHL) in London ein ambitioniertes Projekt: die Sammlung schriftlicher Augenzeugenberichte von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung und der Schoa. Geleitet wurde die Initiative von der deutsch-jüdischen Historikerin und Soziologin Eva Reichmann (1897–1998), der ersten Forschungsdirektorin der Bibliothek. Mit Unterstützung der Conference on Jewish Material Claims against Germany (Claims Conference) begann das Projekt in London, von wo aus Reichmann ein kleines Team von Angestellten und Ehrenamtlichen leitete. Die Interviewer:innen waren über ganz Europa verstreut und hatten die Aufgabe, Überlebende ausfindig zu machen, sie zu kontaktieren und für ein Gespräch zu gewinnen.

Das Projekt wurde bis Mitte der 1960er Jahre fortgeführt, wobei es sich konzentrisch und zentrifugal entwickelte: Von London, wo es auf professionelle und kulturelle Kontakte in deutsch-jüdischen Kreisen zurückgreifen konnte, dehnte es sich immer weiter aus, während das Netzwerk aus Interviewer:innen und Überlebenden geografisch breiter und diverser wurde. So entstand eine Sammlung von rund 1.300 Berichten (darunter Briefe, Gedichte, Lieder und andere schriftliche Zeugnisse, überwiegend auf Deutsch verfasst oder aus dem Deutschen übersetzt), von denen viele später die Basis für eine von der WHL erstellte digitale Ressource bildeten: Testifying to the Truth (testifyingtothetruth.co.uk). Sie umfasst die Geschichte sowie das ursprüngliche Klassifikationssystem der Sammlung und bietet zugleich neue Möglichkeiten, sie zu durchsuchen. Das Projekt illustriert die Reichweite und den Einfluss von transnationalen Netzwerken deutscher Jüdinnen und Juden, die nach der Schoa neu geknüpft wurden, und die von seinen Organisator:innen verwendete Methodologie zeigt exemplarisch, wie deutsch-jüdische Flüchtlinge versuchten, das Gedenken an die Schoa zu gestalten. Als Institution zeugt die bis heute bestehende Bibliothek somit von den Anstrengungen der deutsch-jüdischen Diaspora in Großbritannien und anderen Ländern, die Geschichte zu dokumentieren.

  • Christine Schmidt

Hintergrund


Die Wiener Holocaust Library ist eine der ältesten Einrichtungen, die Material über die Schoa zusammenträgt. Ihr Vorläufer, das Jewish Central Information Office (JCIO), sammelte und verbreitete Informationen über den Aufstieg der Nationalsozialisten zur Macht, noch während die Ereignisse ihren Lauf nahmen. Die WHL hatte ihre Wurzeln im Deutschland der Zwischenkriegszeit und beruhte auf der Arbeit des deutsch-jüdischen Intellektuellen Alfred Wiener (1885–1964) und seiner Mitstreiter:innen im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV). Grundlage dafür war die Idee und Praxis des Sammelns als eine Form von Aktivismus sowie der Informationsverbreitung als politischer Subversion. Aufgrund der damit verbundenen Gefahren verlegte Wiener seine Bemühungen ab 1933 in die Niederlande und dann ab 1939 – am Vorabend des Zweiten Weltkriegs – nach London.

Abb. 1: Susanne Rosenstock, Hans Reichmann, Ilse Wolff, Alfred Wiener, Eva Reichmann, Werner Rosenstock (v. l. n. r.) – Freund:innen und Mitarbeiter:innen der Wiener Library, undatiert, 1950er Jahre; Wiener Holocaust Library Collections.

Die Wiener Library, wie die Sammlung später genannt wurde, diente der britischen Regierung während des Krieges in verschiedener Weise als eine Quelle von Informationen über die Nationalsozialisten. Nach 1945 stellte sie Beweismaterial für Kriegsverbrecherprozesse bereit und betrieb und förderte Forschungen auf dem gerade entstehenden Feld der Gegenwartsgeschichte. In diesem Rahmen sind ihre Bemühungen Mitte der 1950er Jahre zu sehen, Augenzeugenberichte von Überlebenden zu sammeln. Eva Reichmann, ebenfalls ein ehemaliges CV-Mitglied, versuchte Lücken in der Sammlung zu schließen, indem sie die Perspektiven von Opfern zusammentrug. Wie Wiener war sie eine deutsch-jüdische Geflüchtete aus dem Intellektuellenmilieu; beide reagierten auf die Machtübertragung und die damit einsetzende antisemitische Verfolgungs- und Vernichtungspolitik, indem sie ein Archiv aufbauten und Forschung betrieben – und dies nicht nur als deutsch-jüdische Intellektuelle, sondern auch als Verfolgte, deren Familien von den Ereignissen selbst betroffen waren. Die daraus resultierende Sammlung von Augenzeugenberichten ist somit ein bedeutender Ort des Wissenstransfers in einer Institution der deutsch-jüdischen Diaspora, die nach dem Krieg von Großbritannien aus transnationale Verbindungen förderte.

Methodologie und Material des Projekts


Das Unternehmen der WHL zählte zu den ersten Dokumentationsprojekten, die von der Claims Conference unterstützt wurden. Sie war 1951 gegründet worden, um über Entschädigungen und die Rückerstattung von Eigentum an jüdische Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu verhandeln und die entsprechenden Mittel zu verwalten. Sie spielte bei der materiellen Unterstützung jüdischer Überlebender und Institutionen in der Diaspora daher eine entscheidende Rolle. Die Finanzierung durch die Claims Conference wurde durch eine Partnerschaft mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erleichtert, die Exemplare der Augenzeugenberichte im Gegenzug für Mittel erhielt, mit denen Interviews, Transkriptionen, Indexerstellung, Vervielfältigung und Archivierung gefördert wurden. Die Interviewer:innen waren überwiegend deutschsprachige jüdische Geflüchtete oder Überlebende in Europa, den Vereinigten Staaten und anderenorts. Die meisten von ihnen waren Frauen. Manche der Augenzeug:innen verfassten die Berichte selbst, doch es gab keine Leitfragen oder standardisierte Vorgaben, die der Sammlung Einheitlichkeit verliehen hätten. Jede Interviewerin prägte durch ihre eigenen sozialen, kulturellen und anderen Hintergründe die Darstellungen, die in der Regel gemeinsam mit den Interviewten entwickelt wurden.

Abb. 2: Auf dem Deckblatt stehen Index-Nummer, Serie, im Gesamtregister enthaltene Stichworte, Titel, Interviewer:in und Datum des Gesprächs (https://www.testifyingtothetruth.co.uk/viewer/image/104778/1); Wiener Holocaust Library Collections.

Die Berichte wurden anschließend an Reichmann und ihr für die Katalogisierung zuständiges Team geschickt, das die ,Fakten‘ überprüfte und handschriftliche Korrekturen anbrachte (die in der institutionellen Korrespondenz der WHL ebenfalls archiviert sind). Sie wurden in vielen Fällen von den Interviewten autorisiert, bevor sie in die Sammlung eingingen. Ein überwiegend aus Frauen bestehendes Team legte ein Stichwortverzeichnis an, katalogisierte die Berichte, versah sie mit einem Deckblatt und schickte ein Exemplar an Yad Vashem. Die Klassifikation und das Stichwortverzeichnis zeigen, wie sich allmählich Taxonomien zu Themen herausbildeten, die Reichmann und der Bibliothek besonders wichtig waren.

Als gemeinsames Produkt der Interviewer:innen und der Überlebenden hatten die Berichte einen stark vermittelten Charakter, und der Prozess ihrer Katalogisierung und Archivierung beruhte auf der Arbeit eines Netzwerks deutsch-jüdischer Geflüchteter. Indem wir untersuchen, wie diese Sammlung von der WHL geschaffen wurde – von einer Institution, die durch erzwungene Auswanderung entstand, aufgebaut von deutschen Jüdinnen und Juden –, gewinnen wir Einblick in bestimmte Netzwerke der Nachkriegszeit und den Wissenstransfer, der in ihnen stattfand.

Eine Fallstudie: Die Interviewerin Nelly Wolffheim


Eine an dem Projekt beteiligte Interviewerin war die deutsch-jüdische Feministin Nelly Wolffheim (1879–1965), die sich auf eine von der Freudschen Psychoanalyse geprägte Pädagogik spezialisiert hatte und 1939 im Alter von 60 Jahren aus NS-Deutschland nach Großbritannien geflohen war – ihre Bücher hatte man verbrannt, ihre Karriere war zerstört. Sie verfasste selbst einen Bericht für die Sammlung und führte rund 30 Gespräche mit Überlebenden, die häufig im Altersheim Otto Schiff House lebten, in das sie 1956 als 78-Jährige eingezogen war. Otto Schiff (1875–1972) hatte sich federführend für deutsch-jüdische Geflüchtete in Großbritannien eingesetzt. 1955 wandelte die Association of Jewish Refugees (AJR), eine wichtige Wohlfahrtsorganisation, sein Londoner Haus in ein Heim für ältere jüdische Geflüchtete um.

Abb. 3: Nelly Wolffheim um 1960; Ida-Seele-Archiv (ISA), 894071 Dillingen.

Wolffheim befragte überwiegend deutschsprachige Jüdinnen und Juden, die während oder nach dem Krieg aus Deutschland geflohen und zum Zeitpunkt der Gespräche zwischen 38 und 86 Jahre alt waren. Zusammen genommen zeigen die Interviews, welche Themen ihr dabei besonders wichtig waren. Ins Zentrum rückte Wolffheim, wie sich Alter, Klassenzugehörigkeit und Geschlecht – vor allem die Erfahrungen von Frauen – auf die Flucht vor der Verfolgung und das Überleben ausgewirkt hatten und wie beruflicher Statusverlust, Privilegien (etwa aufgrund von sogenannten Mischehen) und psychische Belastungen in die Erfahrungen der Opfer eingegangen waren. Ausgehend von diesen Berichten versuchte Wolffheim, die Lebensgeschichten anderer älterer Frauen aus ihrer Gemeinschaft festzuhalten, mit denen sie durch Nähe, Empathie, Freundschaft und Vertrautheit verbunden war; so unterstrich sie die Würde und Menschlichkeit älterer deutsch-jüdischer Geflüchteter.

Betty und Jenny Student über ihr Leben in Deutschland bis 1939


Ein Beispiel dafür ist das kurze Interview mit den Schwestern Betty und Jenny Student. Bei ihrer Emigration nach England waren sie 57 und 56 Jahre alt, und Wolffheim interviewte sie 1958 im Otto Schiff House auf Deutsch, als sie 76 und 75 Jahre alt waren. Ihr Bericht wird in Wolffheims Worten wiedergegeben und zeigt, dass die Interviewerin die Erwerbsarbeit und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen als wichtiges Anliegen betrachtete. Deutlich wird außerdem ihre Ansicht, dass sich deutsche Jüdinnen und Juden im Angesicht der zunehmenden nationalsozialistischen Verfolgung mitunter naiv verhielten. Die beiden Schwestern hatten ein Textilgeschäft in Gießen betrieben, das sie 1936 verkauften – „freiwillig“, wie Wolffheim hervorhob –, da die nichtjüdische Kundschaft nun nicht mehr bei ihnen einkaufen durfte.

Wie andere jüdische Geflüchtete fanden die beiden Schwestern durch familiäre Netzwerke eine Zuflucht. Von 1933 bis 1945 flohen rund 80.000 Menschen aus deutschsprachigen Regionen nach Großbritannien, die große Mehrheit von ihnen war jüdisch. Mehr als 20.000 Geflüchtete – die meisten davon Frauen – konnten einwandern, indem sie eine Stelle als Hausangestellte antraten. Die Schwestern Student besuchten ihren Bruder in London, doch über „den Ernst der Lage schienen die Miss Students nicht recht orientiert gewesen zu sein “, so Wolffheim, denn im Januar 1938 kehrten sie nach Gießen zurück. Ihr Bruder hatte versucht, sie zum Bleiben zu bewegen, doch wie Wolffheim bemerkt, wogen finanzielle Gesichtspunkte schwerer, „da sie die Abhängigkeit scheuten und glaubten, sich irgendwie durch Heimarbeit oder dergleichen in Giessen ernähren zu können“. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde die Gefahr deutlicher; im Januar 1939 verließen die Students Gießen. Dass ihr Bruder sie in England finanziell unterstützen musste, bedrückte sie laut Wolffheim noch 20 Jahre später und illustriert, dass viele Geflüchtete nur mit Mühe über die Runden kamen; „noch jetzt bei dem Erzählen merkte man, wie schwer ihnen dieses Annehmen [der Hilfe des Bruders] wurde“, notierte Wolffheim.

Das Deckblatt des Berichts unterstreicht Wolffheims Ansicht, dass Entscheidungen wie jene der Schwestern Student zeigen, „wie arglos viele Juden lange Zeit blieben“. Der Augenzeugenbericht bietet daher nicht nur eine knappe Schilderung ihrer Flucht und ihres Kampfs für Unabhängigkeit, sondern auch eine Momentaufnahme deutschsprachiger jüdischer Geflüchteter, die ihre Entscheidung, aus NS-Deutschland auszuwandern, unter verschiedenen Umständen getroffen hatten und darüber rückblickend gemeinsam nachdachten. Aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds fokussierte Wolffheim auch die psychologischen Motive der Schwestern. Die Berichte erhellen insofern auch, wie sie ihre psychoanalytischen Fachkenntnisse anwendete, wenn sie vor der Aufgabe stand, Interviews zu führen und Berichte darüber für die Wiener Library zu verfassen.

Fazit


Die Sammlung von Augenzeugenberichten verdeutlicht die bedeutende, aber kaum erforschte Rolle deutschsprachiger Jüdinnen bei den Bemühungen der Nachkriegszeit, das Geschehene zu dokumentieren. Frauen waren dabei im Allgemeinen überrepräsentiert, finden häufig aber wenig Beachtung, da sie nur selten wichtige Positionen in historischen Kommissionen bekleideten und von Beruf nicht immer Historikerinnen (oder überhaupt Akademikerinnen) waren. Ihre Archiv- und Verwaltungsarbeit ,hinter den Kulissen‘ war indes entscheidend für den Aufbau der betreffenden Sammlungen und Institutionen. Untersucht man die Rolle der Interviewer:innen bei der Entstehung der Berichte, wird außerdem ein Wissenstransfer über kulturelle, berufliche und andere Grenzen hinweg erkennbar, etwa wenn es um die persönliche Konfrontation mit erzwungener Auswanderung geht – ein Wissen, das in Großbritannien nach dem Krieg in neuer Gestalt zur Anwendung kam, als eine Institution der deutsch-jüdischen Diaspora ein Archiv aufbaute.

Das Online-Archiv Testifying to the Truth, das die digitalisierten Augenzeugenberichte verfügbar macht und weiter übersetzt, erlaubt es Nutzer:innen, auch quer zu der von Reichmann und ihren Kolleg:innen entwickelten Klassifikation zu suchen. So bietet die digitale Sammlung Möglichkeiten der thematischen Suche, die die Gründer:innen des Archivs gar nicht vorgesehen hatten und durch die andere Anordnungen des Materials entstehen – womit sich neue Einblicke in die sozialen und kulturellen Netzwerke der deutsch-jüdischen Diaspora ergeben, auf denen der Aufbau der Sammlung beruhte.

Auswahlbibliografie


Ben Barkow, Alfred Wiener and the Making of the Holocaust Library, London 1997.
Christine Schmidt/Ben Barkow, „Frühe Holocaustforschung, ,Zeugnis’ und die Wiener Library Testimony’”, in: Hans-Christian Jasch/Stephan Lehnstaedt (Hg.), Verfolgen und Aufklären – Crimes Uncovered: Die erste Generation der Holocaustforschung – The First Generation of Holocaust Researchers, 2. Aufl., Berlin 2022, S. 302-327.
Christine Schmidt, „,We are all Witnesses’: Eva Reichmann and the Wiener Library’s Eyewitness Accounts Collection”, in: Mary Jane Rein/Thomas Kühne (Hg.), Agency and the Holocaust – Essays in Honor of Debórah Dwork, London 2020, S. 123-140.
Christine Schmidt, „Finding Archival Traces of ,Misery Trains’: Early Accounts of Transport Resistance after the Holocaust”, in: Journal of Transport History Special Issue: Mileage of the Rails. Interrogating Conflict Transports’ Histories, Practices, and Resonances, 2024.
Christine Schmidt, „,Head of an Old Woman’: Nelly Wolffheim and the Voices of the Aged,” in: Christine Schmidt/Elizabeth Anthony/Joanna Sliwa (Hg.), Older Jews and the Holocaust, Detroit: Wayne State University Press in cooperation with the US Holocaust Memorial Museum, 2026.
Christine Schmidt, „Refugees, Survivors, Archives: The Wiener Library in 1960s Britain,” in: Dan Stone/J.D. Steinert (Hg.), Britain and Holocaust Consciousness in the 1960s, London 2026.
Victoria van Orden Martìnez/Christine Schmidt, „Survivor Interviewers as Companions of Misery: A Comparative View from Post-war Sweden and England”, in: Natalia Aleksiun/Éva Kovács, Survivors’ Toil/Beiträge des VWI zur Holocaustforschung, Toronto 2025.

Weiterführende Inhalte


Testifying to the Truth: Eyewitnesses to the Holocaust. The Wiener Holocaust Library: https://www.testifyingtothetruth.co.uk/viewer/

Online Launch Veranstaltung: Wiener Digital Collections, The Wiener Holocaust Library, 2025: https://youtu.be/TWEwCkPzZig

Astrid Kerl-Wienecke, „Nelly Wolffheim”, The Shalvi/Hyman Encyclopedia of Jewish Women: https://jwa.org/encyclopedia/article/wolffheim-nelly

Dieses Werk unterliegt den Bedingungen der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Unter Namensnennung gemäß der Zitationsempfehlung darf es in unveränderter Form für nicht-kommerzielle Zwecke nachgenutzt werden.

Zur Autorin

Dr. Christine Schmidt (https://christineeschmidt.com/) ist stellvertretende Direktorin und Forschungsleiterin der Wiener Holocaust Library in London. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Geschichte der Nachforschungs- und Dokumentationsbemühungen in der Nachkriegszeit, das Konzentrationslagersystem in NS-Deutschland sowie vergleichende Studien zu Kollaboration und Widerstand in Frankreich und Ungarn. Zuletzt sind Artikel von ihr erschienen im Journal of Transport History, European Review of History, American Imago, Culture Unbound und im Journal of Holocaust Research. Schmidt ist außerdem Mitherausgeberin von Letters and the Holocaust: Methodology, Cases, and Reflections (Bloomsbury, 2025); Survivors of Nazi Persecution - Beyond Camps and Forced Labour (Palgrave, 2025) sowie Older Jews and the Holocaust (Wayne State UP, 2026).

Zitationsempfehlung und Lizenzhinweis

Christine Schmidt, Wie die deutsch-jüdische Diaspora nach dem Krieg das Geschehene dokumentierte. Die Sammlung von Augenzeugenberichten in der Wiener Library in London (übersetzt von Felix Kurz), in: Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora, 15.03.2026. <https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/beitrag/gjd:article-54> [29.05.2026].

Dieses Werk unterliegt den Bedingungen der Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz. Unter Namensnennung gemäß der Zitationsempfehlung darf es in unveränderter Form für nicht-kommerzielle Zwecke nachgenutzt werden.